Als Paula Modersohn-Becker im Jahre 1907 31-jährig stirbt, gehört sie zu denen, die zusammen mit den französischen Nachimpressionisten eine neue Kunstepoche in Europa einleiten. An ihrem Wohnsitz in der Künstlerkolonie Worpswede sieht sie sehr bald die konventionelle Begrenztheit, die die gesamte deutsche Kunst um die Jahrhundertwende zu ersticken droht. Nach vier Parisaufenthalten, bei denen sie die Großen der Moderne wie Cézanne, van Gogh, Gauguin, Picasso, Matisse und Rodin kennenlernt, wird sie immer kompromissloser in ihrer konstruierenden Bildsprache. So befreit sie sich noch vor den anderen Malern ihrer Künstlergeneration wie Nolde oder Kandinsky von tradierten Bildauffassungen, vor allem in ihren Portrait- und Kinderbildnissen: Statt der damals üblichen Idylle, Sentimentalität und Gefälligkeit ging es Paula Modersohn- Becker um Allgemeingültigkeit, Ursprünglichkeit und wirklichkeitsnahes Erfassen der menschlichen individuellen Existenz. In nur knapp sieben Jahren schuf sie ein umfangreiches, bahnbrechendes Werk, das sie zu einer der bedeutendsten Künstlerinnen Europas machte. Christine Bellings Diavortrag bezieht sich auf die großen Gedenkausstellungen in Bremen und Worpswede anlässlich des 100. Todesjahres der Künstlerin. Veranstalter: Kulturforum